Die Vorfahrt
Über den Asphalt zu Terminal 3

Von der Herausforderung, Brücken zu bauen

Der etwa 550 Meter lange und 30 Meter breite Vorfahrtstisch verbindet die Zu- und Abfahrtsrampe. Auf etwa zehn Metern Höhe und insgesamt 15.300 Quadratmetern Brückenfläche können künftig Pkws und Taxis direkt zur Check-in-Halle vorfahren und die Kurzzeitparkplätze nutzen.

Aus der Vogelperspektive sind die ersten Fundamentarbeiten für den Vorfahrtstisch deutlich erkennbar.

Einige der massiven Stützen stehen schon ohne Schalung in Reih und Glied.

Die V-Stützen tragen den Vorfahrtsbereich, auf den Reisende, Besucherinnen und Besucher über die bereits fertiggestellte Zufahrtsrampe gelangen.

Auf den Stützen setzt der Überbau für den Vorfahrtstisch auf.

Davon werden insgesamt 70 V-Stützen benötigt. 

Der Vorfahrtstisch verbindet die Zu- du Abfahrtsrampe.

Die V-Form ist nicht nur optisch schön, sondern bietet später mehr Platz als konventionelle Säulen.

Der Vorfahrtstisch wird Schritt für Schritt fertiggestellt.

Nun geht es weiter mit der Fertigstellung des Überbaus.

Mit Fingerspitzengefühl

Ein Brückenbauwerk dieser Dimension braucht ein stabiles Fundament. Dafür wurden Mitte 2019 zunächst die tragenden Pfähle im Boden verankert. Bis zu 155 Tonnen schwere Baugeräte haben dafür 13 Meter tief in den Boden gebohrt. Eine Herausforderung für die Arbeitenden vor Ort: Sie müssen die gewaltigen Maschinen bedienen und zentimetergenau justieren. Auf die Pfähle setzen dann die sogenannten Pfahlkopfplatten auf, die letztlich den Untergrund für die Stützen des Vorfahrtstisches bilden. 70 an der Zahl werden das Brückenbauwerk tragen. 56 davon werden auf einer geraden Linie von Osten nach Westen errichtet. Sie halten aber nicht nur die darüber liegende Straße, sondern bieten zudem auch Platz für Leitungen, beispielsweise für Abwasser. Diese werden in das Innere der Stützen gelegt.

Ein V für besondere Anforderungen

Die charakteristische V-Form der Stützen stellt dabei besondere Anforderungen an die Planungen der Statikerinnen und Statiker. Mithilfe einer Probestütze im Originalmaß konnten Statikerinnen und Statiker sowie Bauingenieurinnen und Bauingenieure überprüfen, ob ihre Planungen sich auch in die Realität umsetzen lassen und anschließend grünes Licht geben. Der Startschuss für die Herstellung der V-Stützen fiel dann im ersten Quartal 2020. Deren Konstruktion umfasst immer die gleichen drei Schritte: Schalung, Bewehrung, Beton. Dabei geben die Schalung und Bewehrung bereits die besondere Form der Stützen vor, die den Vorfahrtstisch tragen. Die Arbeitenden lassen dann selbstverdichtenden Beton von oben in die V-Form fließen. Dabei muss die Betonage auch aufgrund der Stützenhöhe von circa zehn Metern besonders akribisch protokolliert und begleitet werden, denn: Der Beton übt Druck auf die Schalung aus. Dieser darf die dafür vorgegebenen Werte nicht überschreiten. Nachdem die ersten Stützen fertiggestellt waren, konnten schon die vorbereitenden Maßnahmen für den Überbau beginnen. Insgesamt 14 Abschnitte à 36 Meter Länge mussten betoniert werden, damit künftig alle Reisenden, Besucherinnen und Besucher bequem zum Hauptgebäude gelangen können.

Doch warum hat sich der Bauherr Fraport für die komplexe V-Form der Stützen entschieden? Das hat nicht nur optische Gründe. Die V-Form bietet beim späteren Betrieb von Terminal 3 im ebenerdigen Bereich mehr Platz als konventionelle Säulen. Letztere hätten enger gestellt weniger Platz für zum Beispiel Rangierprozesse geboten.

Maßgeschneiderte Schalwagen

Der Vorfahrtstisch ermöglicht Fluggästen eine bequeme Ankunft auf der Abflugebene vor dem Eingang des neuen Terminal 3. Der hochgelegene Straßenbereich ist mehr als einen halben Kilometer lang und fast 30 Meter breit. Der Beton für die einzelnen Abschnitte des Bauwerks wird in Schalungen gefertigt. Nachdem der Beton ausgehärtet ist, wird die Schalung entfernt und für den nächsten Abschnitt verwendet. Dafür nutzen die Arbeiter Schalwagen, also riesige Traggerüstkonstruktionen, die alle relevanten Einbauteile der einzelnen Abschnitte beinhalten. Beim Terminal 3 hat die Fa. PERI maßgeschneiderte Schalungssysteme bereitgestellt.

So sieht er aus: Der Vorfahrtstisch mit seinen charakteristischen V-Stützen.

Und so in der Kurve. Aber wie ist er entstanden?

Ein fertig gegossener Abschnitt des Vorfahrtstischs. Quelle: PERI Weißenhorn

Eine besondere Herausforderung stellen die vorher errichteten Schalungen der spitzwinkeligen und V-förmigen Stützen des Vorfahrtstisches dar. Quelle: PERI Weißenhorn

Für die Arbeiten am Fahrweg braucht es maßgeschneiderte Schalwagen, sprich riesige Gerüstkonstruktionen. Sie tragen die Schalungen, in die der Beton Abschnitt für Abschnitt gegossen wird.

Auch weil die Betonage eines Abschnittes bis zu 16 Stunden dauern kann und nicht unterbrochen werden darf, …Quelle: PERI Weißenhorn

… steht eine Riesenbaustelle wie die fürs neue Terminal niemals still, auch spät abends nicht. Quelle: PERI Weißenhorn

Ist ein Abschnitt fertig betoniert und ausgehärtet, bewegt eine integrierte Hydraulik den tonnenschweren Schalwagen weiter, für die Arbeiten am nächsten Abschnitt. Quelle: PERI Weißenhorn

So entsteht die zwei Fußballfelder große Brückenfläche des Vorfahrtstisches …

… in insgesamt 14 Betonier-Abschnitten mit jeweils rund 40 Meter Länge.

Und so sieht der Bau der Brückenfläche des Vorfahrtstisches von oben aus.

2026 wird das neue Terminal 3 des Flughafen Frankfurt voraussichtlich eröffnet. Bis zu 19 Millionen Reisende im Jahr werden erwartet. Über den Vorfahrtstisch können die Fluggäste künftig direkt zur Abflugebene von Terminal 3 “vorfahren“.