Der Trick mit dem riesigen Dach
Im Herzen von Terminal 3

Wie ein Rolladenkasten

Wie bringt man ein 2,5 Fußballfelder großes Dach auf das Terminal-Hauptgebäude? Diese bauliche Herausforderung hat auch die Planenden von Terminal 3 vor große Hürden gestellt. Ursprünglich sollten Schwerlastkräne das Dach in einem Stück von zwei Seiten auf das Gebäude heben. Da auf einer Seite des Gebäudes aber schon Flugsteig G entsteht, ist dies nicht mehr möglich. Die Lösung: Das Dach wird in fünf einzelnen Segmenten von einer Seite Stück für Stück aufgeschoben. Sehr vereinfacht kann man sich das wie einen Rollladen vorstellen, den jemand langsam aus dem Rollladenkasten vor das Fenster zieht. So gelangen die Einzelteile in Position, bis das gesamte Dach in seiner ganzen Größe aufliegt.

Exakte Vorbereitung und höchste Präzision

Westlich neben dem Hauptgebäude entsteht zunächst ein Lager für Material. Auch die benötigten Turmdrehkräne finden dort ihren Platz. Einen Eindruck von der Höhe der künftigen Check-in-Halle vermittelt die sogenannte Montagehilfskonstruktion. Sie entsteht auf dem Dach der zweiten Ebene. Mit 18 Metern Höhe überragen die Stahltürme den zukünftigen Check in-Bereich im Hauptgebäude. Auf ihnen setzen die Bauarbeitenden die einzelnen Bestandteile eines Dachsegments zusammen. Jedes Segment wird in Art eines Raumfachwerks in Stahlkonstruktion mit einer Höhe von etwa 4,5 Metern gebaut. Zunächst verbinden Arbeiterinnen und Arbeiter die Strahltragwerke und dichten das Segment nach oben hin ab. Damit später keine extra Arbeitsbühnen notwendig sind, nehmen Arbeitende bereits in diesem Stadium technische Installationen vor. Es werden Kabelschächte, Sprinkler und die Lüftungsanlage eingebracht. Dann montieren sie eine Gitterrostebene für Wartungsarbeiten.

Fünf auf einen Schlag

Ist ein Segment vollständig auf der Hilfskonstruktion zusammengesetzt, kommen fünf hydraulische Litzenheber ins Spiel. Sie sitzen auf Verschubbahnen und heben die circa 2.500 Tonnen auf Transporthöhe etwas an. Danach wird das fertige Dachsegment im Schneckentempo nach Osten bewegt, bis auf die endgültige Position. Wenn auch das nächste Segment daneben angekommen ist, werden beide miteinander und den darunter stehenden Tragstützen verbunden. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis alle fünf Segmente positioniert sind.

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