Terminal-Hauptgebäude

Im Herzen von Terminal 3

Wo Passagiere ihre Reise beginnen und ihre Liebsten nach der Ankunft wieder begrüßen, schlägt das Herz von Terminal 3: Das Hauptgebäude bildet den Kern des Reiseerlebnisses am neuen Terminal. Hier kommen Reisende, aber auch Besucher, mit Pkw, Bus oder Personen-Transport-System an und betreten vom Vorfahrtstisch den Abflugbereich.

Hier können Passagiere einchecken und ihr Gepäck abgeben. Durch die Glasfassade und eine beeindruckenden Höhe von lichten 18 Metern – fast so hoch wie eine Boeing 747-800 – ist die Abflughalle offen und lichtdurchflutet gestaltet. Die futuristisch gestaltete Decke des Marktplatzes von Terminal 3 sorgt für ausreichend Tageslicht. Visualisierung: www.moka-studio.com

Auch ein Blick hinter die Kulissen ist spannend: Damit aber auch in luftigen Höhen gearbeitet und gewartet werden kann, gibt es unter dem Dach noch eine Zwischenebene. Sie besteht aus einem stabilen Netz, Tension Grid genannt. Der Raum zwischen Decke und Netz ist 2,60 Meter hoch und bietet genug Platz für Beleuchtung, Sprinkleranlagen und weitere gebäudetechnische Ausrüstung. Das Tension Grid ist so stabil, dass Techniker darauf problemlos Wartungsarbeiten durchführen können.

Nach dem Check-in-Bereich gelangen die Reisenden durch die Sicherheitskontrollen auf den futuristischen Marktplatz mit seinen vielfältigen Boutiquen und Restaurants, die zum Verweilen einladen. Hier wartet ein besonderer Blickfang: Die Decke besteht aus tropfenförmigen Stahlkonstruktionen. Diese Besonderheit ist eine Sonderanfertigung für das neue Terminal.

Auch wer an einem der neuen Flugsteige H und J ankommt, verlässt Terminal 3 durch das Hauptgebäude. Direkt unter der Abflugebene befindet sich die Ankunftshalle mit zunächst 8 Gepäckausgabebändern.

Knick in der Optik

Das neue Terminal-Hauptgebäude weist eine architektonische Besonderheit auf: Seine Fassade verläuft nicht senkrecht von oben nach unten, sondern hat einen leichten Knick nach innen. Dadurch bekommt die Fassadenfläche eine Neigung. Und das ist nicht einfach nur ein Designelement, sondern hat eine besondere Funktion: Gebäude in der Nähe von Radaranlagen können Informationen, die zum Beispiel Flugzeuge zu Flughöhe und Kennung per Radar übermitteln, verfälschen. Bei Glas- Die großzügige Abflughalle bildet den Eingangsbereich ins Herz von Terminal 3: das Hauptgebäude. Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten und Metallfassaden ist es möglich, dass die Radarstrahlen reflektiert werden. Dadurch könnten sogenannte Spiegel- oder auch Phantomziele auf den Kontrollbildschirmen der Fluglotsen entstehen. Ein und dasselbe Flugzeug erscheint dann mehrfach auf dem Bildschirm, was eine sichere und korrekte Kontrolle des Luft- und Bodenverkehrs erschwert. Um das zu verhindern, stellt die Deutsche Flugsicherung (DFS) klare Anforderungen an die Fassaden von großen, radarnahen Gebäuden. Eine Möglichkeit ist, wie bei Terminal 3, eine leichte Neigung der Fassade. So wird sichergestellt, dass die Radarstrahlen nicht gespiegelt, sondern stattdessen auf Areale gelenkt werden, wo sie bedenkenlos gestreut und absorbiert werden können.

Querschnitt des Hauptgebäudes im Bereich der Abflughalle. Klicken Sie auf die Ziffern für Details.

Der Trick mit dem riesigen Dach

Wie bringt man ein 2,5 Fußballfelder großes Dach auf das Terminal-Hauptgebäude? Diese bauliche Herausforderung hat auch die Planer von Terminal 3 vor größere Hürden gestellt. Ursprünglich sollte das Dach durch Schwerlastkräne in einem Stück von zwei Seiten auf das Gebäude gehoben werden. Da auf einer Seite des Gebäudes nun aber Flugsteig G vorgezogen gebaut wird, ist dies nicht mehr möglich. Die Lösung: Das vier Meter dicke Dach wird in einzelnen Stücken mit einer hydraulischen Das Dach der Abflughalle wird in Teilstücken von einer Seite auf das Gebäude geschoben. Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Bühne von einer Seite Stück für Stück aufgeschoben. Sehr vereinfacht kann man sich das wie ein Rollladen vorstellen, der langsam aus dem Rollladenkasten vor das Fenster gezogen wird. So in etwa werden die Einzelteile in Position geschoben, bis das gesamte Dach in seiner ganzen Größe aufliegt.

Voll mit moderner Technik

Damit Leben in das Terminal-Hauptgebäude kommt, wird es nach dem Rohbau technisch ausgestattet. Von Sanitär-, Lüftungs- und Klimaanlagen bis hin zu Licht- und Sicherheitstechnik werden zahlreiche technische Anlagen installiert. Das geschieht in einem sehr kleinteiligen Prozess. Großes Baugerät wie Schwerlastkräne und Bagger werden dann nicht mehr benötigt. Hier zählt Handwerk. Verschiedenste Gewerke sind an den Arbeiten beteiligt.

Eine besondere technische Herausforderung besteht darin, die Wärme, die von Menschen und Elektrik im Gebäude abstrahlt, effizient zu nutzen. An kalten Tagen muss dadurch äußerst wenig zusätzlich geheizt werden, während im Sommer spezielle Kältetechnik dafür sorgt, dass die Terminal-Besucher die gewohnte Wohlfühltemperatur haben.

Ist die technische Installation einzelner Gewerke abgeschlossen, wird alles nochmal genauestens geprüft. Danach lassen sich bereits einzelne Systeme technisch in Betrieb nehmen. So wird Schritt für Schritt sichergestellt, dass das hochkomplexe Herz von Terminal 3 nach seiner Fertigstellung 2023 als Ganzes zu schlagen beginnt.

Wie ein Schweizer Uhrwerk

Sobald die Parzellen gelenzt wurden, können die ersten Vorbereitungen für den Hochbau getroffen werden. (Juli 2019) Für den Bau des Hauptgebäudes gibt es über 200 Vergabeeinheiten, deren Gewerke und Arbeitsschritte koordiniert werden müssen. Denn: „Wenn wie bei einem Uhrwerk alle Zähne und Rädchen perfekt ineinandergreifen, läuft auch beim Bau alles reibungslos“, weiß Stefan Albert Wunder, Projektleiter für das Gebäude der Fraport Ausbau Süd GmbH. Der Hochbau beginnt in zahlreichen sogenannten Weißen Wannen. So lautet die Bezeichnung für die Betongruben, die während des Spezialtiefbaus im Grundwasser ausgehoben worden. Bevor jedoch über den Wannenrand hinaus gebaut wird, werden die unterirdischen Ebenen errichtet. Denn auch beim Bau vom Terminal-Hauptgebäude heißt es: Gebaut wird von unten nach oben. Zuerst ist also erst einmal der Keller dran. Der wird in den sechs Baugruben errichtet. Beim Kellerbau werden die Bodenplattenkonstruktionen eingesetzt, auf denen dann der Hochbau aufsetzt.

Der erste Stein in der Mauer

Ebenso wie der Trockenaushub mit dem feierlichen Spatenstich gestartet ist, wird vor dem Hochbau symbolisch der erste Stein des neuen Terminals gelegt. Am 29. April 2019 wurde die Grundsteinlegung auf der Terminal 3-Baustelle mit etwa 700 geladenen Gästen gefeiert. Der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG Dr. Stefan Schulte, der hessische Finanzminister Thomas Schäfer und Terminal 3-Architekt Dr. Christoph Mäckler waren bei diesem besonderen Meilenstein des Baus von Terminal 3 anwesend. In dem hohlen Grundstein befindet sich nun eine Zeitkapsel, die zuvor von Vertretern der drei abrahamischen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum gesegnet wurde. Sie enthält neben aktuellen Ausgaben wichtiger Regionalzeitungen, einer Flasche Wein aus hessischem Anbau und eine Liste aller bisherigen Beteiligten am Großbauprojekt auch eine Festplatte, auf der Projektpläne gespeichert sind. So bleiben wichtige Zeitzeugnisse zum Bau von Terminal 3 auch für die Nachwelt erhalten!

„Bereits heute ist der Flughafen Frankfurt international führend in der Konnektivität. Von keinem anderen Luftverkehrsdrehkreuz in der Welt erreicht man mehr Flugziele als von Frankfurt – ganz gleich ob als Geschäftsreisender oder als Tourist. Deutschlands Tor zur Welt wird mit Terminal 3 noch besser.“ (Dr. Stefan Schulte)

 

Mit der feierlichen Grundsteinlegung beginnt offiziell der Hochbau von Terminal 3.