Menschen hinter Terminal 3

Wolfgang Holzhausen

Leiter Personen-Transport-System-Anbindung bei der Fraport Ausbau Süd GmbH, eine Tochter der Fraport AG

Was ist Ihre Aufgabe beim Bau von Terminal 3?

Ich leite das Projektmanagement für das neu geplante Personen-Transport-System (PTS), das Terminal 1 und 2 sowie den Fern- und Regionalbahnhof mit dem neuen Terminal 3 verbinden wird. Meine Aufgabe ist also, dafür zu sorgen, dass Passagiere, Beschäftigte und Flughafenbesucher in Zukunft schnell und unkompliziert vom Norden in den Süden des Flughafens kommen – und umgekehrt.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

Als Projektmanager kümmere ich mich hauptsächlich um die Abstimmung zwischen den einzelnen Abteilungen und den Bauunternehmen. Oftmals ist es zum Beispiel so, dass der Planer eine gute Idee hat, die Baufirma dann allerdings doch noch andere Vorstellungen und Erfordernisse einbringt. Um diese Situationen bestmöglich zu koordinieren, stehen viele interne Termine oder Planungs- und Projektbesprechungen auf der Tagesordnung. Zwischen den Besprechungen und Terminen beantworte ich E-Mails oder telefoniere. Gerade das Telefonieren empfinde ich als wichtig, um Kontakte aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Steckbrief Wolfgang Holzhausen, Jahrgang 1972, beschäftigt sich seit seinem Studium an der Technischen Universität Darmstadt mit dem PTS-System für Terminal 3. Als Bauingenieur mit Schwerpunkten in Verkehrsplanung und Verkehrstechnik ist er im Jahr 2000 in die Projektentwicklung bei der Fraport AG eingestiegen und war dort tätig, bis er 2006 zur Tiefbauabteilung wechselte. Seit 2012 ist er für Planung und Realisierung des neuen Personen-Transport-Systems zuständig.

Was reizt Sie am Bau von Terminal 3?

Das Thema PTS-Anbindung hat mich schon während meines Studiums an der TU Darmstadt beschäftigt. In einer Seminararbeit habe ich mich bereits 1998 damit auseinandergesetzt, wie der Passagiertransport am Frankfurter Flughafen in Zukunft aussehen könnte. Mit den tatsächlichen Baumaßnahmen des Terminals 3 und den Flugsteigen im Süden habe ich weniger Berührungspunkte. Da das PTS im Bereich des gesamten Flughafens gebaut wird, gilt es insbesondere auch zahlreiche Bauabschnitte im Bereich von Terminal 1 und 2 im Norden des Flughafens zu managen. Direkt am Terminal 3 wird der Bau der neuen PTS-Station spannend.

Was ist die größte Herausforderung mit der Sie sich konfrontiert sehen?

Die größte bautechnische Herausforderung ist das Bauen im Bestand unter Betrieb. Das heißt, dass die Baumaßnahmen für das PTS auf engstem Raum während des Flughafenbetriebs durchgeführt werden müssen – insbesondere im Nordbereich. Der Streckenabschnitt zwischen den Gebäuden der Post und des Airmail-Centers stellt eine besondere Herausforderung dar. Hier wird auf engstem Raum zwischen beiden Gebäuden die Trassenführung der PTS entlanggehen. Gerade zur Weihnachtszeit herrscht dort Hochbetrieb, da dürfen die Bauarbeiten den Betriebsablauf nicht stören. Den Anforderungen der einzelnen Abteilungen und Bereichen immer gerecht zu werden, ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Haben Sie ein besonderes Erlebnis aus dem bisherigen Projektverlauf, an das Sie sich noch lange erinnern werden und worauf freuen Sie sich am meisten im weiteren Projektverlauf?

Ein Highlight war für mich die Sichtung der ersten Angebote im Ausschreibungsverfahren für das eigentliche Bahnsystem. Es war schon sehr spannend, die Angebote zu öffnen und zu sehen, wie sich die einzelnen Anbieter solcher Personen-Transport-Systeme am Markt die Ausgestaltung für das neue PTS vorstellten. Wir haben jahrelang geplant und geplant und nun erhält das Projekt mit dem Systemanbieter plötzlich deutliche Konturen. Bis Anfang 2018 wird nun entschieden, wer der neue Anbieter sein wird. Die Systemvergabe ist auf jeden Fall etwas auf das ich mich freue und was besonders spannend ist.

Was fasziniert Sie am Frankfurter Flughafen?

Die Vielseitigkeit am Frankfurter Flughafen hat mich direkt erfasst, als ich hier angefangen habe zu arbeiten. Der Flughafen ist wie eine kleine Stadt. Natürlich kann man zum Beispiel bei Verkehrsverbünden größere Transportsysteme planen, jedoch sind diese dann nicht so vielfältig und abwechslungsreich. Am Flughafen kann ich Parkplätze, Straßen und auch noch besondere Projekte wie das PTS planen. Die Vielzahl an Disziplinen und die komplexen Zusammenhänge an der größten deutschen Arbeitsstätte faszinieren mich immer wieder sehr.