Menschen hinter Terminal 3

Dr. Achim Jaup

Projektverantwortlicher im Spezialtiefbau bei der Fraport Ausbau Süd GmbH, eine Tochter der Fraport AG

Was ist Ihre Aufgabe beim Bau von Terminal 3?

Mein derzeit größter Aufgabenbereich bezieht sich auf den Spezialtiefbau. Konkret heißt das, den Bau der Grube von Terminal 3 in die Wege zu leiten, in der dann der Keller errichtet werden kann und schließlich das Gebäude stehen wird. Darüber hinaus bin ich mit der Baulogistik betraut, die eine Fülle an verschiedenen übergeordneten Themen umfasst, wie etwa die Zufahrtskontrolle auf das Baugelände oder die Zuweisung der baulichen Einrichtungswesen. Vor allem mit dem Start der Rohbauphase wird die Baulogistik an Bedeutung gewinnen.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

Inhaltlich stellt mich jeder Tag vor neue Herausforderungen. Um sicherzustellen, dass auf der Baustelle alles nach Plan läuft, sind regelmäßige Besprechungen mit den Planern und Baufirmen notwendig. Mit dem Start des Spezialtiefbaus fahre ich nun auch öfter auf die Baustelle und verschaffe mir vor Ort einen Überblick über den Baufortschritt.

Was reizt Sie am Bau von Terminal 3?

Bei einem Projekt dieser Größe dabei sein zu können, ist für Techniker immer reizvoll. Die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen ist spannend und herausfordernd. Fachleute unterschiedlichster Bereiche müssen zusammenarbeiten, um letztendlich den Bau des Gebäudes und alles was zusätzlich dazu notwendig ist, zu ermöglichen. Bei kleineren Projekten ist das anders, dort arbeitet man mit weniger Personen zusammen. Mit der Größe der Aufgabe wächst aber nicht nur die Zahl der Beteiligten, sondern in der Regel auch die technisch herausfordernden Fragestellungen. Das ist genau das Spannende!

Was ist die größte Herausforderung mit der Sie sich konfrontiert sehen?

Da viele Arbeitsschritte des Spezialtiefbaus unter Wasser stattfinden, sind wir auf die Unterstützung von Tauchern angewiesen. Tauchen darf man hier nicht mit dem Erkunden von Unterwasserwelten in der Karibik gleichsetzen. Vielmehr werden hier spezialisierte Industrietaucher wichtige Arbeitsschritte unter sehr anspruchsvollen Bedingungen überprüfen. Ich habe zwar schon auf anderen Baustellen mit solchen Spezialtauchern zusammengearbeitet, dennoch ist es immer etwas Besonderes. Steckbrief Dr. Achim Jaup, Jahrgang 1966, ist seit über 10 Jahren im Bereich Ingenieur- und Tiefbau bei der Fraport AG tätig. Er hat an der Technischen Universität Dortmund Bauingenieurwesen studiert und anschließend an der Universität Kassel im Fachbereich Geotechnik promoviert. Im Rahmen des Baus von Terminal 3 ist er für die Bereiche Spezialtiefbau und Baulogistik zuständig. Normalerweise können Taucher bei ihren Tauchgängen in Seen oder im Meer ja relativ weit sehen, bei einer Baugrube ist dies nicht der Fall. Der Untergrund ist aufgewühlt, weshalb sich die Sicht stark verschlechtert – manchmal kann man nur bis zu einem halben Meter weit sehen. Beim Bau von Terminal 3 prüfen die Taucher zum Beispiel, ob die Auftriebspfähle in der Lage und Höhe richtig eingebaut wurden oder ob der Arbeitsgrund eben ist. Zudem wird der Einbau der Unterwasserbetonsohle kontrolliert. Das alles ist unter schlechten Sichtbedingungen nicht einfach.

Haben Sie ein besonderes Erlebnis aus dem bisherigen Projektverlauf, an das Sie sich noch lange erinnern werden?

Da habe ich bisher zwei Erlebnisse vor Augen. Nach dem feierlichen Spatenstich vor zwei Jahren waren sehr schnell unheimlich viele Bagger und Lkw auf der Baustelle. Im Zwei-Minuten-Takt fuhren die voll beladenen Fahrzeuge von der Baustelle. Die Logistik war beeindruckend. Das Zweite war der Einbau der ersten Spundwände, die einfach 14 Meter in den Boden gleiten. Ein sehr imposantes Bild.

Worauf freuen Sie sich am meisten im weiteren Projektverlauf?

Ich freue mich darauf, wenn im letzten Schritt des Spezialtiefbaus das Wasser aus der Grube gepumpt wird  – Lenzen genannt. Wir begleiten zwar die einzelnen Stationen bis dahin, aufgrund des Wassers ist allerdings nicht zu sehen, was am Grund der Grube passiert. Über zwei Tage lang wird beispielsweise Unterwasserbeton eingebaut. Aber erst nachdem das Wasser abgepumpt ist, wird klar, ob das Endergebnis mit unseren Vorstellungen übereinstimmt. Nach Fertigstellung der Grube ist es ein beeindruckendes Erlebnis dort unten zu stehen – quasi im Untergeschoss des Gebäudes – und bis zu 16 Meter in die Höhe zu gucken, wohl wissend, dass sich hinter den Wänden Erdmassen und Wasser befinden.

Was fasziniert Sie am Frankfurter Flughafen?

Die Vielzahl an Möglichkeiten, die Komplexität und die Größe, die der Frankfurter Flughafen als Arbeitgeber und Arbeitsstätte bietet, sind faszinierend. Es kommen Fachleute aus unterschiedlichsten Bereichen und Fachrichtungen zusammen, wie zum Beispiel dem Flugbetrieb und der Baustelle. Der komplette Betrieb des Flughafens bedarf ein Ineinandergreifen der unterschiedlichen Richtungen und auch ich bekomme Einblicke in andere Fachrichtungen, die mir sonst verwehrt blieben. Als Bauingenieur am Frankfurter Flughafen muss ich viele komplexe Zusammenhänge berücksichtigen und somit entstehen für mich auch immer wieder neue spannende Herausforderungen.