Building the Future

Das neue Terminal

Wer Frankfurt kennt, weiß: Diese Stadt wandelt sich kontinuierlich.

Im Süden des Flughafens Frankfurt entsteht Terminal 3. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Manche Menschen leben hier seit einem halben Jahrhundert und behaupten, sie hätten keinen Tag in Frankfurt erlebt, ohne eine Baustelle oder einen Kran zu sehen. Und nicht nur die Stadt verändert ihr Erscheinungsbild, auch ihr „Tor zur Welt“ – der Flughafen – hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gewandelt. So auch jetzt.

Im Süden des Flughafens Frankfurt fiel im Herbst 2015 der Startschuss für Terminal 3. Die Planungen gehen aber viel weiter zurück. Ende der 1990er Jahre haben der Flughafenbetreiber Fraport und die Stadt Frankfurt erstmals Gespräche über eine Flughafenerweiterung aufgenommen. Mit dem 1972 eröffneten Terminal 1 und dem 1994 in Betrieb genommenen Terminal 2 ist weiteres Wachstum nur noch gebremst möglich: 2018 sind bereits fast 70 Millionen Menschen am Flughafen Frankfurt abgeflogen oder angekommen.

Die Lösung? Das neue Terminal 3, dessen Bau modular geplant ist. Im Vollausbau können hier bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich reisen. Die insgesamt drei Bauabschnitte des Terminals ermöglichen einen flexiblen Bau – je nach Kapazitätsbedarf. Im ersten Bauabschnitt werden das Hauptgebäude mit Ankunfts- und Abflugebene, Marktplatz, Lounges und Gepäckförderanlage sowie die Flugsteige H und J bis 2023 gebaut. Um die Terminals 1 und 2 bereits früher zu entlasten, wird der zweite Bauabschnitt, bestehend aus Flugsteig G, vorgezogen realisiert. Dieser bietet voraussichtlich bereits ab 2021 Kapazitäten für vier bis fünf Millionen Passagiere.

Hier trifft Zukunft auf eine spannende Historie: Auf dem Gelände des künftigen Terminal 3 landeten vor über 80 Jahren Zeppeline und machten den Flughafen Frankfurt bereits damals zum „Weltflughafen“. Bewegte Geschichte Das Gelände im Süden des Flughafens war schon in der Vergangenheit stets ein Ort des Aufbruchs und der Erneuerung. Hier begann 1934 der Ausbau des Flughafens Frankfurt zu einem Luftschiffhafen mit einer gigantischen Zeppelinhalle. Von einem „Weltflughafen“ war bei der Eröffnung 1936 die Rede. Aber nachdem 1937 mit der Hindenburg eines der größten je gebauten Luftschiffe vor den Augen der Weltöffentlichkeit bei der Landung in Flammen aufging, war das Zeitalter der Zeppeline auch in Frankfurt schlagartig vorbei. Immer größer werdende Passagierflugzeuge traten an ihre Stelle. Fast alle europäischen Großstädte waren nun von Frankfurt aus erreichbar. Nach dem zweiten Weltkrieg richteten die Amerikaner mit der Rhein-Main Airbase im südlichen Bereich des heutigen Flughafengeländes einen festen Militär-Stützpunkt ein. Berühmtheit erlangte der Militärstützpunkt während der Berlin-Blockade durch die sowjetische Besatzungsmacht von Juni 1948 bis Mai 1949: Die sogenannten Rosinenbomber der US-Alliierten versorgten die Menschen in den abgeriegelten Stadtteilen mit Lebensmitteln. Noch heute erinnert das Luftbrückendenkmal – ein Brückenbogen mit drei Streben sowie zwei der damals eingesetzten Rosinenbomber – im Süden des Flughafens Frankfurt an diese Zeit. Seit Oktober 2015 wird nun im Süden des Flughafens das neue Terminal 3 gebaut. Viele Jahrzehnte, aber geografisch nur wenige Meter trennen Terminal 3 von den historischen Ursprüngen und der bewegten Geschichte des Geländes.

Ein Transit-Ort zum Verweilen

„Flughäfen sind heute zu einem Ziel an sich geworden. Und sie werden meist häufiger frequentiert als viele Plätze in der Innenstadt. Umso notwendiger ist es, dass Flughäfen auch städtische Funktionen aufnehmen können. Diesen Anspruch verwirklichen wir mit Terminal 3.“ (Christoph Mäckler, Architekt von Terminal 3)

Modern, aber mit Wohlfühlatmosphäre – mit diesem Credo überzeugte der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler die Jury und gewann 2005 den Realisierungswettbewerb für den Bau von Terminal 3. Architektonisch greift er in seinem Entwurf mit den Flugsteigen, Gates und Lounges die Straßen und Plätze einer Stadt auf. Kein Transit-, sondern ein Stadtbauwerk soll entstehen.  Der Animationsfilm zeigt, wie die Zukunft aussieht. Ein Ort, in dem Menschen arbeiten, einkaufen, essen, sich entspannen – und verreisen. Durch die lichtdurchfluteten Räume, die in warmen Naturtönen gehalten sind, soll für Fluggäste eine angenehme Atmosphäre geschaffen werden, die zum Verweilen einlädt. „Damit hebt sich der Flughafen Frankfurt deutlich von anderen internationalen Flughäfen ab. Es wird das weltweit erste Terminal sein, in dem man sich wohlfühlen kann“, erläutert Mäckler. 

Im neuen Terminal sollen sich folglich nicht nur Passagiere wohlfühlen. Ziel ist es, auch Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld zu bieten. Deshalb wird wo immer möglich auf künstliche Lichtquellen verzichtet. Viel Glas sorgt für natürliches Tageslicht in den großzügig gestalteten Hallen und Räumen. Leitungen und Rohre sind bestmöglich in die Architektur integriert und stören nicht die Weitläufigkeit und Ästhetik. Auf diesem Wege sollen auch Besucher und Shopping-Fans vom neuen Terminal begeistert werden. Der Marktplatz im Zentrum von Terminal 3 wird auf rund 6.000 Quadratmetern Fläche zahlreiche Boutiquen und Shops beheimaten – begleitet von einem umfangreichen gastronomischen Angebot für Flugreisende.

Der Entwurf des Londoner Architekturbüros Foster and Partners war Sieger des Architekturwettbewerbs und damit die Grundlage für den anschließenden Realisierungswettbewerb. Der spannende Weg zum perfekten Entwurf für die Zukunft Im Jahr 2001 startete die Fraport AG europaweit den Architekturwettbewerb für das geplante neue Terminal 3. 46 unterschiedliche Entwürfe für die Zukunft im Süden des Flughafens Frankfurt wurden eingereicht. Gewinner dieser ersten Runde war der Entwurf des Londoner Büros Foster and Partners. Nachdem für die Architektur des neuen Terminals am Flughafen Frankfurt eine Form gefunden wurde, begann der Realisierungswettbewerb. Hier nahmen 20 Kandidaten mit ihren sehr detaillierten Entwürfen teil. Ganz vorne mit dabei waren auch wieder Foster and Partners. Als Sieger setzte sich in dieser zweiten Runde im Jahr 2005 der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler durch, dessen Vater Hermann bereits am Bau des Terminal 1 mitwirkte. Er überzeugte die Jury mit seinem Konzept, das Ästhetik und Funktionalität optimal verbindet.  
© Foster & Partners

Smartes Terminal, weniger Stress

Heute sind Flughäfen komplexe Verkehrsknotenpunkte in einem globalen Netz. Sie werden von Millionen Menschen genutzt. Deswegen ist es wichtig, ein Gebäude zu konzipieren, das sich den Bedürfnissen seiner Besucher anpasst und nach ihnen richtet. Schließlich können auf Reisen immer wieder unerwartete Verzögerungen zu Tage treten. Damit Passagiere ihren Flug trotzdem nicht verpassen, wird Terminal 3 so gebaut, dass Passagiere möglichst unkompliziert ihr Ziel erreichen.

Das neue Personen-Transport-System bringt Reisende in nur acht Minuten von Terminal 1 zu Terminal 3. Eine besondere Herausforderung liegt in der Distanz zwischen dem neuen Terminal 3 und den anderen Terminals sowie dem Regional- und Fernbahnhof. Sie liegen mehrere hundert Meter Luftlinie voneinander entfernt und sind durch zwei Start- und Landebahnen voneinander getrennt. Damit Reisende Terminal 3 trotzdem bequem und schnell erreichen können, entsteht ein neues Personen-Transport-System. Es ähnelt der bestehenden Sky Line-Bahn und wird das neue Terminal im Süden mit den beiden bestehenden Terminals im Norden des Flughafens verbinden. Von Terminal 1 bis Terminal 3 dauert die Fahrt, mit kurzem Halt an Terminal 2, nur etwa acht Minuten. Für das neue Bahnsystem entsteht ein knapp sechs Kilometer langes, zweigleisiges Trassen-System, das teilweise ebenerdig, teilweise erhöht auf Stützen verlaufen wird. Über 4.000 Reisende können so pro Stunde zwischen Terminal 1, 2 und 3 verkehren. Eine erweiterte Autobahnausfahrt wird zudem dafür sorgen, dass auch Autofahrer Terminal 3 auf direktem Wege erreichen.

Schritt für Schritt zum Ziel

Was über Jahre hinweg Schritt für Schritt geplant wurde, nimmt langsam immer konkretere Formen an. Mit der vorgezogenen Fertigstellung von Flugsteig G naht bereits 2021 das erste Zwischenziel. 2023 ist es dann nach aktuellen Planungen soweit: Das neue Terminal 3 im Frankfurter Süden bietet Kapazität für 21 Millionen Reisende.

Mit bis zu 100 Check-in- bzw. Gepäckabgabeschaltern beginnt die gute Reise reibungslos. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Der futuristisch gestaltete Marktplatz auf rund 6.000 Quadratmetern lädt mit vielfältigen Retail- und Gastronomieangeboten zum Einkaufen und Verweilen ein. Quelle: www.moka-studio.com In kulinarisch facettenreichen Restaurants, mit Blick auf das Vorfeld, können Sie entspannt das bunte Treiben am Flughafen beobachten und sich für Ihre gute Reise stärken – wir sorgen für den Rest. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Alle Passagierbereiche sind barrierefrei und können mit elektrisch betriebenen Servicefahrzeugen befahren werden. Fahrsteige, die auch mit Gepäckwagen genutzt werden können, bringen Sie zügig und komfortabel voran. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Das neue Terminal stellt bis zu 15 Gepäckausgabebänder bereit, damit Sie bei der Gepäckausgabe nicht lange warten müssen. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Mit zahlreichen Restaurants, Bistros, Shops und einem Informationsschalter ist die Ankunftshalle im Erdgeschoss der perfekte Start für eine gute Weiterreise. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten

Schauen Sie sich um

Entdecken Sie Terminal 3 in Virtual Reality! Nutzen Sie Ihren PC oder Ihr Smartphone und erhalten Sie 360-Grad-Einblicke in das neue Terminal am Flughafen Frankfurt. Ihr Smartphone in Kombination mit einem VR-Cardboard gestaltet das dreidimensionale Erlebnis noch realistischer und gibt Ihnen das Gefühl, direkt im Terminalgebäude zu stehen. Probieren Sie es aus!