Building the Future

Das neue Terminal

Wer Frankfurt kennt, weiß: Diese Stadt wandelt sich kontinuierlich.

Im Süden des Flughafens Frankfurt entsteht Terminal 3. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Manche Menschen leben hier seit einem halben Jahrhundert und behaupten, sie hätten keinen Tag in Frankfurt erlebt, ohne eine Baustelle oder einen Kran zu sehen. Und nicht nur die Stadt verändert ihr Erscheinungsbild, auch ihr „Tor zur Welt“ – der Flughafen – hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder gewandelt. So auch jetzt.

Im Süden des Flughafens Frankfurt fiel im Herbst 2015 der Startschuss für Terminal 3. Die Planungen gehen aber viel weiter zurück. Ende der 1990er Jahre haben der Flughafenbetreiber Fraport und die Stadt Frankfurt erstmals Gespräche über eine Flughafenerweiterung aufgenommen.

Denn das langfristige Wachstum des Flugverkehrs ist mit dem 1972 eröffneten Terminal 1 und dem 1994 in Betrieb genommenen Terminal 2 nur begrenzt zu bewältigen. 2019 sind bereits mehr als 70 Millionen Menschen am Flughafen Frankfurt abgeflogen oder angekommen. Unvorhergesehene Ereignisse wie die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 haben den Luftverkehr in einem bisher nie dagewesenen Maße beeinträchtigt. Aber wie es schon die Erfahrungen mit anderen Krisen in der Vergangenheit gezeigt haben, wird der Luftverkehr mittel- und langfristig  wieder wachsen.

Deshalb ist das neue Terminal 3 als langfristig ausgelegtes Ausbauprojekt weiterhin ein wichtiger Bestandteil für die Zukunft des Frankfurt Airport. Mit seinem modular geplanten Bau können die insgesamt drei Bauabschnitte des Terminals eng am tatsächlichen Kapazitätsbedarf ausgelegt werden. Im Vollausbau können hier dann bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich reisen. Im ersten Bauabschnitt werden für eine Kapazität von zunächst 14 Millionen Passagieren das Hauptgebäude mit Ankunfts- und Abflugebene, Marktplatz, Lounges und Gepäckförderanlage sowie die Flugsteige H und J gebaut. Die bauliche Fertigstellung ist für das Jahr 2024 geplant. Eine Aufnahme des Passagierbetriebs wird aktuell frühestens für den Start des Winterflugplans 2024 oder den Sommerflugplan 2025 angepeilt – je nach Bedarfslage. Der zweite Bauabschnitt, bestehend aus Flugsteig G, wird früher fertig. Hier sind die Bauarbeiten bereits so weit fortgeschritten, dass er nach seiner baulichen Fertigstellung voraussichtlich zum Start des Sommerflugplans 2022 Kapazitäten für  bis zu fünf Millionen Passagiere bereitstellen kann.

Doch nicht nur beim Bau von Terminal 3 wird Flexibilität groß geschrieben: Das Gebäude ist darauf ausgelegt, dass die gesamte Infrastruktur, die Piers, Gates, Beförderungs- und Gepäcksysteme sowie die Retailflächen jederzeit während des laufenden Betriebs ergänzt oder verändert werden können.

Der Animationsfilm zeigt, wie die Zukunft aussieht.

Ein Transit-Ort zum Verweilen

Der Entwurf des Londoner Architekturbüros Foster and Partners war Sieger des Architekturwettbewerbs und damit die Grundlage für den anschließenden Realisierungswettbewerb. © Foster & Partners „Flughäfen sind heute zu einem Ziel an sich geworden. Und sie werden meist häufiger frequentiert als viele Plätze in der Innenstadt. Umso notwendiger ist es, dass Flughäfen auch städtische Funktionen aufnehmen können. Diesen Anspruch verwirklichen wir mit Terminal 3.“ (Christoph Mäckler, Architekt von Terminal 3)

Modern, aber mit Wohlfühlatmosphäre – mit diesem Credo überzeugte der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler die Jury und gewann 2005 den Realisierungswettbewerb für den Bau von Terminal 3. Zuvor hatte das Londoner Architekturbüro Foster and Partners die erste Runde, den Architekturwettbewerb, für sich entschieden und dabei die grundsätzliche Form des modularen Terminals entworfen. Architektonisch greift Mäckler in seinem Entwurf mit den Flugsteigen, Gates und Lounges die Straßen und Plätze einer Stadt auf. Kein Transit-, sondern ein Stadtbauwerk soll entstehen. Ein Ort, in dem Menschen arbeiten, einkaufen, essen, sich entspannen – und verreisen. Durch die lichtdurchfluteten Räume, die in warmen Naturtönen gehalten sind, soll für Fluggäste eine angenehme Atmosphäre geschaffen werden, die zum Verweilen einlädt. „Damit hebt sich der Flughafen Frankfurt deutlich von anderen internationalen Flughäfen ab. Es wird das weltweit erste Terminal sein, in dem man sich wohlfühlen kann“, erläutert Mäckler. 

Mit bis zu 100 Check-in- bzw. Gepäckabgabeschaltern beginnt die gute Reise reibungslos. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Der futuristisch gestaltete Marktplatz auf rund 6.000 Quadratmetern lädt mit vielfältigen Retail- und Gastronomieangeboten zum Einkaufen und Verweilen ein. Quelle: www.moka-studio.com In kulinarisch facettenreichen Restaurants, mit Blick auf das Vorfeld, können Sie entspannt das bunte Treiben am Flughafen beobachten und sich für Ihre gute Reise stärken – wir sorgen für den Rest. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Alle Passagierbereiche sind barrierefrei und können mit elektrisch betriebenen Servicefahrzeugen befahren werden. Fahrsteige, die auch mit Gepäckwagen genutzt werden können, bringen Sie zügig und komfortabel voran. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Das neue Terminal stellt bis zu 15 Gepäckausgabebänder bereit, damit Sie bei der Gepäckausgabe nicht lange warten müssen. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten Mit zahlreichen Restaurants, Bistros, Shops und einem Informationsschalter ist die Ankunftshalle im Erdgeschoss der perfekte Start für eine gute Weiterreise. Quelle: Fraport AG / © Christoph Mäckler Architekten

Im neuen Terminal sollen sich folglich nicht nur Passagiere wohlfühlen. Ziel ist es, auch Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld zu bieten. Deshalb wird wo immer möglich auf künstliche Lichtquellen verzichtet. Viel Glas sorgt für natürliches Tageslicht in den großzügig gestalteten Hallen und Räumen. Leitungen und Rohre sind bestmöglich in die Architektur integriert und stören nicht die Weitläufigkeit und Ästhetik. Auf diesem Wege sollen auch Besucher und Shopping-Fans vom neuen Terminal begeistert werden. Der Marktplatz im Zentrum von Terminal 3 wird auf rund 6.000 Quadratmetern Fläche zahlreiche Boutiquen und Shops beheimaten – begleitet von einem umfangreichen gastronomischen Angebot für Flugreisende.

Nachhaltig für die Zukunft Bereits bei den Planungen für Terminal 3 spielte der Gedanke der Nachhaltigkeit eine tragende Rolle. Denn auch das neue Terminal unterstützt die Ziele der Fraport AG zum Klimaschutz. Dazu gehört, dass Fraport den eigenen CO2-Ausstoß am Flughafen Frankfurt bis 2030 auf 80.000 Tonnen jährlich reduziert. Das sind 65 Prozent weniger als noch 1990. Dazu trägt nach seiner Fertigstellung auch Terminal 3 bei: Durch energie-optimiertes Bauen arbeitet das gesamte Gebäude energetisch sehr sparsam. Im Vergleich zu den bestehenden Terminal 1 und 2 ist der Energiebedarf von Terminal 3 nur halb so groß. Unter anderem werden eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle, bedarfsangepasster Sonnenschutz, optimierte Tageslichtnutzung, eine effiziente Wärmerückgewinnung sowie der flächendeckende Einsatz von LED für den nachhaltigen Betrieb des Terminals sorgen. Frische Luft vom Check-in bis zu den Gates garantiert ein effizientes Quellluftsystem. Für das Dach von Terminal 3 sowie dem neuen Parkhaus wird an Lösungen gearbeitet, um großflächig Photovoltaik-Folien beziehungsweise -Panels einzurichten. So soll ein Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort regenerativ durch Sonnenenergie gewonnen werden. Terminal 3 wird auch ein umfassendes Doppelleitungssystem zur nachhaltigen Wiederverwendung von Wasser nutzen. Dazu wird ein Rückhaltebecken für Regenwasser mit einer zugehörigen Aufbereitungsanlage errichtet. Das Dachflächenwasser des neuen Terminals lässt sich in dieses Rückhaltebecken ableiten und zu Brauchwasser aufbereiten. Das aufbereitete Wasser deckt für mehr als drei Tage den gesamten Bedarf des neuen Terminals an Brauchwasser – von der Toilettenspülung bis hin zur Pflanzenbewässerung.

Smartes Terminal, weniger Stress

Die neue Sky Line-Bahn bringt Reisende in nur acht Minuten von Terminal 1 zu Terminal 3. Heute sind Flughäfen komplexe Verkehrsknotenpunkte in einem globalen Netz. Sie werden von Millionen Menschen genutzt. Deswegen ist es wichtig, ein Gebäude zu konzipieren, das sich den Bedürfnissen seiner Besucher anpasst und nach ihnen richtet. Schließlich können auf Reisen immer wieder unerwartete Verzögerungen zu Tage treten. Damit Passagiere ihren Flug trotzdem nicht verpassen, wird Terminal 3 so gebaut, dass Passagiere möglichst unkompliziert ihr Ziel erreichen.

Eine besondere Herausforderung liegt in der Distanz zwischen dem neuen Terminal 3 und den anderen Terminals sowie dem Regional- und Fernbahnhof. Sie liegen mehrere hundert Meter Luftlinie voneinander entfernt und sind durch zwei Start- und Landebahnen voneinander getrennt. Damit Reisende Terminal 3 trotzdem bequem und schnell erreichen können, entsteht eine neue Sky Line-Bahn. Sie ähnelt der bestehenden Sky Line-Bahn und wird das neue Terminal im Süden mit den beiden bestehenden Terminals im Norden des Flughafens verbinden. Von Terminal 1 bis Terminal 3 dauert die Fahrt, mit kurzem Halt an Terminal 2, nur etwa acht Minuten. Für das neue Bahnsystem entsteht ein knapp sechs Kilometer langes, Aus der Region – für die Region Im Frankfurter Süden wird seit dem Spatenstich 2015 kräftig am neuen Terminal 3 gebaut. Das komplexe Bauprojekt wird dabei nicht von einem einzigen Generalunternehmer realisiert. Fraport hat die eigene Expertise in der Fraport Ausbau Süd GmbH gebündelt. Das Tochterunternehmen schreibt die vielfältigen Baumaßnahmen in über 500 Einzelvergaben aus. Der große Vorteil: Auch mittelständische Bauunternehmen können entweder alleine oder gemeinsam mit anderen Unternehmen an dem Vergabeprozess teilnehmen. Bisher wurden dadurch mehr als zwei Drittel der bereits beauftragten Einzelvergaben an kleine oder mittelständische Firmen vergeben. Vor allem für diejenigen, die aus der Rhein-Main Region stammen, ist das attraktiv : Durch die kleine Stückelung des riesigen Bauprojekts in über 500 Einzelvergaben haben sie die Chance, die Zukunft ihres „Nachbarn“ Frankfurt Airport mitzubauen.zweigleisiges Trassen-System, das teilweise ebenerdig, teilweise erhöht auf Stützen verlaufen wird. Über 4.000 Reisende können so pro Stunde und Richtung zwischen Terminal 1, 2 und 3 verkehren. Eine erweiterte Autobahnausfahrt wird zudem dafür sorgen, dass auch Autofahrer Terminal 3 auf direktem Wege erreichen.

Schritt für Schritt zum Ziel

Was über Jahre hinweg Schritt für Schritt geplant wurde, nimmt langsam immer konkretere Formen an. Mit der vorgezogenen Fertigstellung von Flugsteig G naht bereits 2021 das erste Zwischenziel. 2024 ist nach aktuellen Planungen die bauliche Fertigstellung des Terminalhauptgebäudes und der beiden Flugsteige H und J vorgesehen.

Großbauprojekt in der Ausnahmesituation Die Corona-Pandemie im Jahr 2020 stellt die ganze Welt vor Herausforderungen und im Besonderen den weltweiten Luftverkehr. Dies zeigt sich auch am Flughafen Frankfurt in Form von massiv reduzierten Passagierzahlen. Langfristig werden die globale Weltwirtschaft und der Flugverkehr aber wieder wachsen und darum bleibt der Bau von Terminal 3 integraler Bestandteil für die Zukunft des Drehkreuzes Frankfurt. Aber auch die Großbaustelle muss sich auf die momentanen Umstände einstellen, um den Bau weiter voran zu bringen. Wie sich dieser momentan entwickelt, erläutert der Gesamtprojektleiter für das Terminal-Hauptgebäude, Christian Bierend, im Interview (Juni 2020).                                                                                                                                                                Wie ist der aktuelle Stand auf der Baustelle und vor welchen Herausforderungen stehen Sie? Wir können die Bauarbeiten unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sicherstellen. Die gute Nachricht ist also: Wir bauen im großen Umfang weiter. Trotzdem spüren wir durch die Corona-Pandemie auch Auswirkungen. Zum Beispiel: Aufgrund der zeitweisen innereuropäischen Grenzschließungen war die Verfügbarkeit von Material und Personal auf Seiten der Auftragnehmer insbesondere von März bis Mai spürbar eingeschränkt.  Welche Auswirkungen erwarten Sie davon für das Bauvorhaben? Durch die Corona-bedingten Einschränkungen wird es zu Verzögerungen einzelner Bauabschnitte kommen. Das wirkt sich auch auf den geplanten Fertigstellungstermin aus, der nun für das Terminalhauptgebäude und die Flugsteige H und J 2024 geplant ist. Eine Inbetriebnahme erfolgt nach der Fertigstellung eng am tatsächlichen Kapazitätsbedarf – frühestens zum Beginn der Winterflugplanperiode 2024. Die Arbeiten am Flugsteig G sind bereits so weit fortgeschritten, dass eine bauliche Fertigstellung weiter 2021 möglich ist. Eine Inbetriebnahme peilen wir für den Sommer 2022 an, wenn es die Nachfragesituation zulässt.  Wie wirken sich die Corona-Folgen auf Ihren Arbeitsalltag aus? Welche Veränderungen gehen mit der Corona-Pandemie einher? Wir setzen vermehrt auf einen digitalen und virtuellen Austausch zwischen Construction Management, der Projektsteuerung und den angeschlossenen Planern. Dies funktioniert gut – auch wenn ich den direkten persönlichen Austausch oft vermisse. Wie wird der Infektionsschutz auf der Baustelle umgesetzt? Mit unseren Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren achten wir intensiv auf die Einhaltung der Hygienebestimmungen. Es gibt eine eigens dazu gegründete „Task Force“, die dies prüft, kritische Sachverhalte thematisiert und entsprechende Gegenmaßnahmen aufsetzt. Natürlich sensibilisieren wir auch kontinuierlich sämtliche Fachunternehmer, denn auch sie sind verantwortlich dafür, die Maßnahmen zum Infektionsschutz konsequent umzusetzen. Zudem haben wir die Frequenz bei der Reinigung der Tagesunterkünfte, WC-Bereiche und Pausenräumen erhöht. Da aktuell der Rohbau auf Hochtouren läuft, finden ohnehin viele Arbeiten an der frischen Luft statt, was ein Infektionsrisiko deutlich mindert. Auch die Abstandsregelungen werden auf der Baustelle stets eingehalten.

Schauen Sie sich um

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